Sommerresidenz Alpe Laguz

In einen anmutige Hochtal das sich von den waldigen Gehängen des Gebirgszuges der Staffelfeder über leuchtend grüne Auen, bis hinauf zu den steinigen Weiden der Oberenge erstreckt und dem die kahlen, zerrissenen Felsflächen des Rothorns und des Schafberg in Süden einen gigantischen Abschluss verleihen, am Fuße der roten Wand gebettet, liegt die Alp Laguz.

Schon allein ihr Name, der über Jahrhunderte hinweg in die Zeit der rätoromanischen Besiedlung des Landes zurück greift vermag eigenartig zur fesseln. Und dann erst die Alpe! Laguz leitet sich wahrscheinlich vom lateinischem Wort „Lagus“ her und bedeutet „See“. Und in der Tat, die weite, ebene Mulde in der die Alpe liegt, und die zum Tal hin einen schmalen Einschnitt freilässt kann sehr wohl einst das Bett eines Sees gewesen sein. Das tief eingefressene Gestein zu Füssen des nordseitigen Walls und die überaus üppige Vegetation der Rundfläche selbst drängen eine derartige Annahme geradezu auf.

13 Alphütten, zum Teil auch ca. 600 Jahre alt, aus mächtigen Tannenstämmen gezimmert liegen eng zusammengeschlossen wie eine große Familie im südseitigen Teil der runden Mulde. Sie bilden trotz ihres unterschiedlichen Alters und der Verschiedenheit ihrer Bewohner eine geschlossene Einheit. Am Rand der Sieldung, wo moosüberwachsenes Gestein und Alpenrosenstauden bis an sein Bett heranreichen, fließt gemächlich ein silberklarer Bach. Dieser entspringt hoch oben in den steinigen Hängen am Fuße der majestätischen Roten Wand, der Königin der Lechtaler Alpen, aus glitzernden Rinnsalen und führt frisches, kaltes Wasser.

Ein verwittertet Weg führt hinauf zur Oberalpe. Sie liegt am Fuße des Rothorns. Eines eigenartigen westlichen Ausläufers der Roten Wand, der von dieser Seite aus betrachtet einem drohend, zum Himmel gerichteten, Finger gleicht.

Hier findet man noch zerfallene Steinhütten. Eine davon konnte durch sorgsame Pflege bis heute noch gut erhalten bleiben. Diese dient jetzt wieder als Stall für läufige Kühe und als Lager für die Milchmaschine, wenn sie in einer Schönwetterphase für ca. zwei Wochen oben auf der Alpe sind und dort gemolken werden.